kunstdingmaschine

Wer weiß, ob sie dir fehlen würde, die Geschichte, die du hier lesen solltest, wenn ich dir nicht sagen würde, dass sie es war, was ich erzählen wollte? Wer weiß aber auch, ob du sie jetzt vermisst, wo du ihre Abwesenheit kennst? Mir wenigstens tut es leid um die ungeschriebene Geschichte der Maschine D3, die ihren Namen verdientermaßen trägt, weil sie um die Differenz weiß, die trotz der ihr eigenen mechanischen Produktion zwischen den von ihr hergestellten Fabrikaten besteht. Sie alle sind ihr Besonderheiten, fast Kinder, jedes die einzigartige Spur eines verschwundenen Moments. Es ist ihr ganz gleich, wie vollkommen oder unvollkommen sie sind, oder wie lange sie für ihr Zustandekommen brauchen: sie sind da, das ist genug. Auch muss sie gar nicht übersehen, wo sie ihr Ziel hat oder wann es Zeit ist, sie arbeitet geduldig und konzentriert in die Endlosigkeit hinein - obwohl, oder genau weil sie, wie alle Dinge von Menschenhand, von der Idee der Finalität betroffen ist. Die D3 jedenfalls hätte der ihr gegenübergestellten menschlichen Figur ihres Betreibers oder Besitzers oder Bedieners so einiges voraus, denn sie teilte mit ihren Fabrikaten die Opulenz der Materialität, sie wäre ihnen wesentlich nah, verschwistert. Zwar wäre auch in diesem Zusammenhang eine Art Hierarchie zwischen dem Ding, das Dinge herstellt und den Dingen, die es herstellt, nicht von der Hand zu weisen, aber sie gleichen sich doch in diesem Punkt: beiden eignet eine gewisse natürliche Substanzialität, beide sind und bedeuten ohne Weiteres etwas - und sei es im Rahmen ihrer alltäglichen Funktion. Zugleich scheint es so, als würde diese Bedeutsamkeit gerade dort auftauchen, wo die Sachen nicht nachfragen, sondern hart an der Faktizität bleiben, renitent in ihrer schlichten Existenz.