schlünde

schluchten schaffen zwischen den worten, damit realität gewinnt, was da steht. schluchten schaffen, nicht am rand der seiten, an den grenzen des buches. zwischen den worten. besser noch: worte zu schluchten machen, in die du fällst, beim schreiben, beim lesen. abgründe haben auch gründe. wie bodenloses zeugen? möglichkeit: es muss sich bewegen, frei schweben, pulsieren. jeder buchstabe vibrieren, oszilieren, damit wort, satz, buch in schwingung geraten, sich auflösen mögen. halt. nein: anhalten. nein: stopp. innehalten, abbremsen, zum stehen kommen. nein. zu langsam. abrupter. überstürzt. damit die angst überhand gewinnt. etwas sich frei bewegendes muss fallen, ins endlose tiefe. im kleinsten moment des stillstands: die möglichkeit unzählbarer angst. die unmöglichkeit des anhaltens. die unmöglichkeit, das fallen zu verhindern. worte zu schwarzen löchern machen, die den raum und die zeit krümmen, die in sich zusammenfallen, fortwährend immer tiefer in sich stürzen. worte zu dem machen, dem du dich bedingungslos ausliefern musst, willst, darfst. worte zu kleinen harten kieseln machen, die allem widerstehn, die du nicht brechen kannst, nur schlucken. und die unverdaulich sind und so schwer im magen liegen, dass du nur noch kriechen kannst, dass du schwimmend untergehst. worte als untergänge. jedes einzelne eine welt mit allen ihren möglichkeiten des untergangs. worte zu dingen machen, unheimlich, weil an allen seiten offen. insekten, eine bienenart, golden, sirrend, mit hartem panzer, einem stachel, der die haut anschwellen lässt, jucken. knacken, wenn du sie zerdrückst.